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Neuigkeiten
17.06.2021   Aus Pandemias Poesiealbum
Zum dritten Mal in Folge heißt es an diesem Freitag: Ab auf Elisabeths Terrasse! Folgen Sie dem Sonnengesang des heiligen
Franziskus und treffen Sie sich dort mit Gleichgesinnten! Schlagen Sie Pandemia ein Schnäppchen ..äh ..Schnittchen ...äh..
Schnippchen, wie es Sie sich als Schachenthusiast trefflich erdient haben. Oder um es mit Johann Wolfgang zu sagen: Wer immer
strebend sich bemüht, dem werden wir eine Sonnenterrasse errichten, auf der Ihn kein Schauer erschauern lassen wird.
Nächsten Monat jährt sich die Gründung des Vereins, oder sagen wir besser der Bewegung SOS zum zigten Mal. Das ist durchaus
ein Anlass die Entstehung dieser Bestrebung mal wieder Paroli passieren zu lassen. SOS steht im eigentlichen Sinn für Sport ohne
Schwitzen. Schon vor vielen Jahren als Bestrebung angedacht, kam die Idee daraus eine Bewegung zu entwickeln Herrn Assessor
Vornegutt, als er einstmals im Herbst einen Kartoffelsack in den Kohlenkeller hieven musste. Ihm rollte der Schweiß in dicken Lettern
von der Stirn und er beschloss solches zukünftig zu beenden. Nach Rücksprache mit seinem Bekannten V. Nachlass, dem bekannten
Autor aus dem Siebengebirge, kamen sie zu der Übereinkunft, dass die Welt mit der Propagierung von Sport als gesund in alten,
unzeitgemäßen Denkschemata beharre. Kurz zusammengefasst war ihr Mantra: Wenn man schon bei der Arbeit schwitzen müsse,
welchen Sinn mache es dann, diese Porenausdünstung, auch Schweiß genannt, durch zusätzliche, unnötige Bewegung, Sport
genannt, noch zu verstärken. Es sei überhaupt anzunehmen, dass dies die Poren auf Dauer schädige und den Körper extremst*
belaste. Und man solle ihnen mal das Gegenteil beweisen, weder Julius Cäsar noch Winston Churchill oder die Queen hätten Sport
getrieben. Und ein Drittel von ihnen lebe immer noch.
Die informelle Vereinsgründung des SOS wurde im hiesigen Gemeindeinformator veröffentlicht und von der Bevölkerung zunächst
beiläufig zur Kenntnis genommen. Das sollte jedoch nicht so bleiben. Schlagartig in den Fokus der Öffentlichkeit geriet SOS, als
bei der 37.Siebengebirgsrundfahrt schon zu bei der Erklimmung von Berg 1, nach 12 Minuten 37 Sekunden der erst Fahrer stehen
blieb, sein Trikot herunterriss, die auf den Rücken tätowierten Buchstaben SOS enthüllte und vernehmen ließ, er stehe hier und
könne nicht anders. Jetzt war die Aktion plötzlich in aller Munde und verbreitete sich mit überlichtschneller Geschwindigkeit.
Und als in der Ballfußtreter Bundesliga der erste Spieler nach 9 Minuten 37 Sekunden das Weiterspielen verweigerte und
versicherte, er beginne zu schwitzen, war der Durchbruch gelungen. SOS war plötzlich DAS sportpolitische Thema, das dem Sport,
selbstverständlich nur dem verschwitzten, die Grundlage entzog. Und dann ging alles seinen Gang, aber das ist eine andere
Geschichte, die nicht in diese Papierausblühungen gehört. Von Assesssor Vornegutt allerdings hörte man lang nichts Neues
mehr, wenn man von einem seltsamen Vorkommnis, vielleicht Unglücksfall, vielleicht Schlimmeres absieht, das eine Zierde der
Polizeiakten und Thema eines Gedichts von Viktor Nachlass wurde.
Ja gut, bisschen warten hat noch keinem geschadet.
(EG)
09.06.2021   Aus Pandemias Poesiealbum
Heutzutage ist der Adel vielfältigen Anfeindungen ausgesetzt. Nur Pandmias Poesieblob setzt sich seit Jahren für die Könige,
Königinnen, Prinzen und wie sie alle heißen ein, deren Blut von tiefstem Blau ist und die die Essenz des Schachspiels verkörpern.
Schwer unter Nachstellungen leidet der Adel schon seit undenklichen Zeiten, denke man nur an König Konradins furchtbares
Ende auf dem Richtplatz der Mafiametropole, oder des edlen Grafen Ludwig Helferich von Helfensteins Tod durch die Spieße des
Bauernpöbels. Aber auch heute noch wird dem Adel übel mitgespielt, Pandmia erwähnt hier lediglich Prinz Archibald von Sussex,
der sich den Prinzentitel wahrscheinlich in fernem Futur im Duell mit Prinz Charles erkämpfen muss und die reizende Prinzessin
Latifa von Dubai. Sie schafft es einfach nicht genügend Begeisterung an ihrem Aufenthalt im goldenen Käfig der steingewordenen
Hochhauswüste zu entwickeln*. Gott sei Dank konnte das bis auf die Zähne bewaffnete Einsatzkommando bestehend aus
Angehörigen der Geheimgesellschaften Indiens und der VAE Latifas Selbstentführung gerade noch verhindern. Jetzt könnte man
darauf verweisen, das sei ein Problem der Dubaianer und zu den kulturellen Traditionen des dortigen Herrscherhauses fehle uns
einfach der Zugang. Aber Magnus Carlsen und Ian Nepo, euch sei gesagt: Geld stinkt doch. Und in Dubai sogar bis zum Himmel.
Wie behandelt man in solch einem Land erst den normalen Kaugummi kauenden Bürgerbub. Da wo Prinzessin Latifa bittere Tränen
weint trägt man kein Finale der Schachweltmeisterschaft aus. Punkt.

Ich zog mir einen Falken
länger als ein Jahr,
und da ich ihn gezähmet,
wie ich ihn wollte gar,
und ich ihm sein Gefieder,
mit Golde wohl umwand,
stieg hoch er in die Lüfte,
flog in ein anderes Land.

Seither sah ich den Falken
so schön und herrlich fliegen,
auf goldenem Gefieder
sah ich ihn sich wiegen,
er führt an seinem Fuße
seidne Riemen fein:
Gott sende sie zusammen,
die gerne treu sich möchten sein. (Der von Kürenberg)

Immer wenn er dies Gedicht vernahm, konnte Viktor seine Tränen kaum zurückhalten. Wie oft hatte er sich an Falken-, Adler-, Uhu-
und Geiergedichten ausprobiert und war kläglich gescheitert. Und der von Kürenberg, aus der weitläufigen Ortsverwandtschaft
seines Rumpelvaters, hatte dieses Gedicht, dieses wunderbarste Poem deutscher Zunge schon vor fast 900 Jahren zu Papier,
Pergament oder irgend etwas anderem gebracht, oder es vielleicht auch nur mündlich weitergegeben. Das ist zeitlose Schönheit.
Und er? Na gut, das Mauerseglergedicht war ja nicht übel und dann noch das magere Milangedicht- nein, entschied er sich,
wird erstmal nicht veröffentlicht, zu kläglich in seiner Unbeholfenheit. Und dem schließt Pandemia sich an, vielleicht steht`s ja
in einem der nächsten Quark-ähh-Quarthefte drin. Zum Abschreiben.
*Modeflachwort, entwickelt hat man früher nur Filme
Aus dem goldenen Käfig freundlich grüßend
(EG)
03.06.2021   Aus Pandemias Poesiealbum
Eine der aktuell drängendsten Fragen, liebe zurückgebliebene Leserschaft, ist doch, gibt es das literarische Genie überhaupt? Und
woran in seinen Werken sei es zu erkennen? Hier kann Pandmias Poesiealbum natürlich nur Anstöße geben, die es in Fragen an
ein betrachtetes Werk kleidet: Transportiert der Dichter Ergriffenheit, Enthusiasmus, Erhabenheit und Leidenschaft gleichsam
prophetenhaft? Übersteigt die Kreativität ein allgemein menschliches Maß, sind Originalität und Phantasie im Überschwang vorhanden?
Doch immer schwingt der Zweifel mit, ob es nach der vorbildhaften Verwirklichung ästhetischer Ideal in der Antike heute überhaupt
noch möglich ist ein literarisches Genie zu sein. Und wenn, muss es sich an Konventionen halten, oder verstößt das Genie bewusst
gegen einen überkommenen Schönheitsbegriff?
Angenommen es gäbe das literarische Genie, was genau ist die Voraussetzung für die Schaffung eines geniales Werkes? Ist dieses
Genie eine Begabung, die durch intensives Studium zur Vollendung gelangt, oder sind Musenküsse, göttlicher Einfluss oder die
beseelte Natur ursächlich?
Diesen Fragen überlässt sie Pandemia um damit etwas Zeit zu verschludern ....Halt, vergessen,.. bekommt eigentlich jedes literarische
Genie heutzutage den Nobelpreis, oder ist jeder, der den Literaturobelpreis verliehen bekommt ein Genie?
Viktor Nachlass hatte ja drauf bestanden, lange bevor es die Debatte, ob nur eine Schwarze das Gedicht einer Schwarzen
übersetzen könne und damit auch dürfe, dass seine lyrischen Werke nicht in Ausländisch- wie er es nannte- übertragen werden
dürften. Mit der Ausnahme, dass dieser Übersetzer ein rotbärtiger Lockenkopf mit grünen Augen, einer Zahnlücke und einer
phrygischen Kappe wäre. Trotzdem sind seine Werke wohl unter der Hand an Menschen fremder Zunge geraten, die sie in ihrem
Werk verwurstet haben. Wie kann es sonst sein, dass Bob Dylan in seinem Lied, Love Minus Zero ein Zitat von V. Nachlass
einfließen lässt? Es stammt aus dem zweiten erhaltenen Schachgedicht, dass er bei der Beobachtung einer Partie der erwähnten
zwei Hilfskapläne in der rauchgeschwängerten Kaschemme zum "Nudelpfriem" auf einem Bierdeckel "zu Karton" brachte. Hierbei
erboste ihn wohl besonders die Hilflosigkeit des Bauern beim Gambit. Hören Sie mal.

Bekommt ihr überhaupt nicht mit,
Den Schmerz des Bauern beim Gambit?
Die Erde lacht dem Bauern Hohn,
Wer erntet den verdienten Lohn?
Du adelige Spukgestalt,
Läufst doch schon fort
Wenn es nur knallt!

Wenn Du geopfert wirst beim Spiel,
Vermeintlich Vorteil man erziel'
Am End' des Spiels, am End' des Lebens
Siehst Du, Dein Opfer war vergebens.

Erfüllt Dich Groll darob, oh Bauer?
Nein? Was ich aber doch bedauer'
Ich seufzte, opferte sich hin
Für Mich die Schwarze Königin.

Und wie heißt es in Bob's "Love Minus Zero" - Even the pawn must hold a grudge- huch, erwischt Bob, nichts für Ungut. Alles Gute
noch nachträglich zum Achtzigsten. Von deinem dir stets treu verbundenen Poesiealbum.

Lives on his own chosen speed und grüßt freundlich
(EG)
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